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Facebook überflügelt … Ja wen denn nun?

Gurus, Analysten und die allwissenden Hellseher in den deutschen Redaktionsstuben sind sich mal wieder nicht einig.

Die einen sehen Facebook als alleinherrschende Macht im Internet, die alles andere, inkl. Google, Amazon, Ebay und andere Schwergewichte überflügelt, andere titeln “Google ist nicht zu stoppen” und die schnöden Zahlen sprechen nocheinmal eine ganz eigene Sprache.

Bleiben wir mal einen Moment nüchtern.

Erstens verfolgen die genannten Big-Player im Internet zum Teil sehr unterschiedliche Ziele. Und die Aussage „Facebook überflügelt Google, Amazon oder Ebay“ ist in etwa so intelligent wie es „Deutsche Bank überflügelt BMW“ wäre. Ja bei was denn?

Zweitens macht Facebook aktuell einen Jahresumsatz (!), der nicht ganz Googles-Quartalsgewinne (!) erreicht. Da sich Google mit seinen vielen Milliarden im Rücken sicher nicht kampflos in sein Schicksal ergeben wird, dürfte ein Showdown sehr spannend werden.

Und wer sich das super-cleane Google+ schon einmal angeschaut hat, der kann erahnen, dass das Rennen selbst in Facebooks ureigensten Feld noch offen ist.

Und drittens sollte man im Internet mit Vorhersagen generell sehr vorsichtig sein. Man muss nicht besonders alt sein, um den Niedergang von ehemals „unangreifbaren“ Riesen miterlebt zu haben. AOL & Co. lassen grüßen. Das kann zwar auch Google, Ebay oder Amazon treffen, aber eben genauso gut Facebook.

In diesem Sinne – bleiben Sie erwachsen. Lassen Sie sich speziell bei Ihrem Internet-Marketing nicht von redaktionellen Wetterfahnen die Richtung vorgeben, sondern betrachten Sie Chancen und Risiken der einzelnen Kanäle nüchtern und realistisch.

Michael Kaindl



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